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Super Bösartig

Mit dem Musizieren ist das so eine Sache. Immer schön aufregend, aber meist nach den gleichen Spielregeln und mit den gleichen Stereotypen. Aber wie geht man eigentlich an so eine Sache heran wie sich eine Band zu suchen? Richtig. Auf auf einer grässlichen Online-Plattform, wo niemand das findet, was er eigentlich sucht: Craigslist. (Ist exakt das gleiche wie eBay Kleinanzeigen, ala „Was ist letzter Preis?“)

Dort tümmelt sich etwas und jemand für jeglichen Geschmack. Und nach ein paar enttäuschenden durchsuchten Nächten ohne wirkliches Ergebnis, bin ich dann letztendlich über eine Anzeige gestolpert, die nicht nach „Kids wollen groß rauskommen, aber absolut talentfrei“ geklungen hat. Habe mich daraufhin gemeldet und war kurzerhand im Gespräch. Nun gebe ich die Telefonnummer bei Kleinanzeigen grundsätzlich nicht raus, denn wer schonmal etwas auf diese Weise versucht hat zu verkaufen, der weiß warum. Aber die Projektbeschreibung hat mich wirklich neugierig gemacht.

Nach dem ersten Gespräch war ich allerdings nicht wirklich schlauer. Es war zwar ein Dialog, aber meine Vorstellung von dem Projekt nach dem Telefonat war im Nachhinein eine gänzlich falsche. Meine Vorstellung war wirre Experimentalmusik. Letztendlich hat es sich aber als eine muntere Mischung aus Nine Inch Nails, Depeche Mode und The Ramones herausgestellt. Seitdem der Maler aus Venezuela, der Schauspieler aus Brooklyn, der Fotograf aus Schweden und der Ingenieur aus Deutschland dann letztendlich auch einen Sänger gefunden haben (nach mindestens 40 meist grässlichen Castings) sind wir munter in New York City unterwegs.

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Augen und Ohren offen halten!

Route 66 – Interstate 80 – Highway to Hell

Seitdem ich dazu genötigt worden bin mir ein Auto zukaufen sind nun schon ein paar Wochen verstrichen. Meine tiefste Abscheu für diese Form der Mobilität ist leider immer noch vorhanden, auch wenn sich diese in die schwächere Form der Apathie gewandelt hat. Teilnahmslos, aber aufmerksam. Das habe ich mir geschworen. Sonst hätte ich wahrscheinlich auch schon längst ins Lenkrad gebissen. Und wahrscheinlich wäre dann der Airbag aufgesprungen (siehe auch Takata Airbag Recall, der spannenderweise auch auf mein Modell zutrifft.)

Aber das dunkelbunt-regentag-eske Straßengetümmel lässt mir viel Zeit, darüber zu philosophieren:

Straßenverkehr, Situation Deutschland: Ein Amateurorchester! Die meisten beherrschen ihr Handwerk ein wenig, da sie es irgendwann mal beigebracht bekommen haben. Ein paar wenige überschätzen sich komplett und ein paar wenige simulieren nur. 99% der Teilnehmer wollen es möglichst gemeinsam meistern.

Straßenverkehr, Situation USA: Straßenmusik vom allerfeinsten. Die meisten sind grauenhaft und unerfahren und haben es nie gelernt. Es sind Skills von der Straße, die irgendwie so vor sich hin funktionieren. Ein paar wenige sind aber wirklich gut in dem, was sie tun. 99% der Teilnehmer sind auf ihre eigene Darstellung bezogen, meist auf Kosten der anderer.

Wäre alles auch eigentlich ganz amüsant, wenn ich nicht täglich um meine körperliche Unversehrtheit fürchten müsste. Ganz grauenhaft, ehrlich.

New York City FC - New York Red BullsAber mal zu was ganz anderem, ähnlich grauenhaftem: Ich wurde auf ein Fußballspiel eingeladen. Richtiger Fußball. Nicht das mit dem Ei. Die Teilnehmer: Der New York City FC und die New York Red Bulls. Der Ort der Austragung? Das Yankee-Stadium. Richtig. Einem Baseball Stadion. Nicht ganz ideal von den Konditionen, aber ich war wirklich angenehm überrascht von der Stimmung. War ja immerhin auch das Lokalderby. Vorab: Ein Spiel, das 0-7 für die Gastmannschaft endet, ist schon etwas besonderes. Besonders wenn beim Heimteam Fußballperlen wie Andrea Pirlo (ITA), Frank Lampard (ENG) und David Villa (SPA) spielen. Am meisten fasziniert hat mich jedoch ein Banner, das der New York City FC am Anfang des Spieles ausgerollt hat. Ein fieser Spruch und ein paar fiese Bilder über die Red Bulls. Ob sich das allerdings auf die „Kommerzialisierung-Geschichte“ von Red Bull bezieht (die im übrigen äußerst lächerlich und an der Nase herbeigeführt ist) oder schlichtweg nur aufgrund der geographischen Nähe ergeben hat, ist mir nicht ganz ersichtlich geworden. Insbesondere da der New York City FC zum gleichen Unternehmen gehört, wie der englische Club Manchester City. Geht jetzt aber auch arg ins Detail. Ist auch völligst wurscht.

Spiel war gut, gesessen haben wir auch gut. Und die Hot-Dogs waren so, wie man sie sich vorstellt. Etwas das krabbelt, MIT Parasiten. Nomnomnom.

Zoidberg: Ich hätte gern einen Riesentintenfisch-Klotz, bitte.

Verkäufer: Sowas verkaufen wir nicht.

Zoidberg: Na gut, dann hätte ich gerne einen ihrer Sprösslinge auf einem Brötchen.

Verkäufer: Wir haben keine Brötchen.

Zoidberg: Bitte, dann geben Sie mir irgendwas, was krabbelt – mit Parasiten.

Moderne Post, zeitgemäß und furchteinflößend

Ich hatte mich ja vor längerem schonmal über das lokale Postwesen ausgelassen. Mal davon abgesehen, dass es in den Ämtern selbst noch zugeht wie im Mittelalter (ich habe letztens sogar einen Pranger gesehen), hat der Online-Service des USPS (United States Postal Service) ein mir gänzlich unbekanntes Level erreicht.

Tägliche Benachrichtigungs-EmailIch schaue gern und oft in den Briefkasten; dabei bin ich mir nicht ganz sicher, ob das der Anfang einer Zwangsstörung ist oder einfach nur die Entdeckungsfreude. Die Hoffnung auf einen großen Check oder das Ausbleiben einer Rechnung ist schließlich da. Dann habe ich in den Tiefen der USPS-Website den heiligen Gral entdeckt: Informed delivery. Klingt erstmal nicht sehr spannend, aber näher betrachtet eine klasse Sache: Man erhält jeden Tag eine Email mit einem Scan jedes einzelnen Briefes, der noch am gleichen Tag im Briefkasten landen wird. Im besten Falle ist es also eine Email mit 3 Bildern von einem Autofinanzierungs-Angebot. Die klickt man dann schön brav in den Digital-Papierkorb und das physische Pendant schmeißt man abends dann in den Analog-Papierkorb.

Ein witziges kleines Gimmick, das zum Einen zeigt, wie viel persönliche Informationen da draußen rumschwirren und zum Anderen auch die komplette Spannung aus der Briefkasten-Geschichte nimmt. So wie bei der Maus. Und dem Elefanten. KLICK KLICK TRÖÖT.

Trinidad

Bevor ich mich vor gut zwei Wochen wieder in die Masse der arbeitenden Bevölkerung gestürzt habe, gab es allerlei Unfug zu erledigen. Besonders der Autokauf (wir erinnern uns) hat viel Zeit in Anspruch genommen. (Vom Geld ganz zu schweigen.) Samstags haben wir zugeschlagen und sind mit unserem neuen Gefährt gen Heimat gefahren. Die Aufregung an diesem Tag hat uns aber nicht gereicht und wir haben uns entschieden nochmal so richtig derbe die Kreditkarte zu foltern und in den Urlaub zu fahren. Das Ziel stand nicht wirklich fest, aber die erste Stunde der Onlinerecherche lief ungefähr so ab:

„Hongkong?“ – „Ooooh! Slovenien?“ – „Aaaaah, Island?“ – „Mmmmmh, Mongolei?“ – … etc.

Und so ging es munter weiter, bis wir ein Ziel gefunden haben, das unseren Kriterien entsprochen hat: Direktflug, nicht zu weit weg, nicht zu kalt. Der Inselstaat Trinidad und Tobago (Wikipedia), wobei wir letztendlich aber nur auf Trinidad waren und nicht auf Tobago.

monasteryMutigen Herzens haben wir recht viel auf eigene Faust erkundet. So zum Beispiel das Bergkloster St. Benedict in der Stadt St. Augustine. Nach einem spannenden Ritt in einem Maxitaxi (nicht St. Maxitaxi) sind wir einfach dem Pfad auf den Berg gefolgt. Zugegeben, der Pfad war eine Straße und wir waren die Einzigen zu Fuß, aber holla. Nach einem überraschenden Regenschauer hat sich uns auf dem Berg jedoch ein prächtiger Blick auf das Tal geboten. Nach ein paar besinnlichen Minuten sind wir auf dem Weg bergab über den Holy Water Tank gestolpert. Hier wird auf Vorrat gesegnet! Die Mönche machen auch einen ganz hervorragenden Joghurt: Pax Yogurt.

Im Hotel sind wir mit dem Präsidenten der Trinidad Hotels Restaurants and Tourism Association ins Gespräch gekommen. Dieser hat uns auf einen ausgezeichneten Trip eingeladen. Zunächst ging es zu einem Hersteller von Steelpans (mancherorts auch Steel Drums genannt). Ich durfte auch kurz spielen, aber musste mich gegen den Kollegen geschlagen geben. Anschließend ging es in ein Vogelschutzgebiet, das seinem Namen wirklich alle Ehre macht. Unzählige Kolibris, die einem direkt vor der Nase rumtanzen.

Nach weiteren Zwischenstops bei ein paar Aussteigern und einer Schwimmgrotte wurden wir dann noch zu DEM Trini-Gericht schlechthin geführt: Bake and Shark (zu deutsch: Back und Hai). Und das beschreibt es auch schon ganz gut: Ein frittiertes Brötchen, darin frittiertes Haifleisch mit allerlei Soßen. Salatsoße durften wir nicht nehmen. Die schmeckt wohl nicht dazu.

Aber das war nicht alles, wir haben am letzten Abend noch einen Nachtmarkt entdeckt, auf dem wir es uns nochmal so richtig haben schmecken lassen. Doubles, Rotis, Punches und Cornsoup und eine solide Verdauung. Das ganze ist dann auch Grund dafür, dass ich mich seit zwei Wochen nur noch von Früchten, Ballaststoffen und Vollkornprodukten ernähre.

Sei es drum! Ein hervorragender Urlaub an einem wirklich interessanten Flecken Erde.

Das Auto in New York oder: Jeden Tag ein wenig schlechter

Ich bin ja im allgemeinen nicht bekannt als großer Freund des Automobils (im Sinne von Besitzen und Fahren). Im Gegenteil. Ich kann es gar nicht erwarten, bis jeglicher Individualverkehr in den Städten komplett abgeschafft ist und wir alle automatisiert unterwegs sind.

Dass ich mir dann letztendlich doch ein Automobil anschaffen musste, hat für muntere Magenkrämpfe und Gemütsverstimmung gesorgt. Vorbei mit der Pendelei mit den Öffentlichen, bei der ich mich zwischen Kaffee-Atem, Salamibrötchen-Geruch und Zwangsbeschallung aus Smartphone-Lautsprechern die Zeit mit dem Lesen vertreiben konnte. Vorbei mit €3,60 am Tag für dieses Vergnügen. Jetzt gehöre ich zu der wütenden Masse an Autobesitzern mit schier endloser Hingabe zum Drängeln, Rasen und Schneiden (nicht zu verwechseln mit Schneiden, Legen, Föhnen) und einer allgemeinen Leidenschaft für Streitsucht.

Meine morgendliche Routine hat sich also etwas ändern müssen, damit ich den Stereotyp auch vollends bediene:

  • Ich schmeiße morgens meine umweltschändende Kapsel-Kaffeemaschine an und braue mir ein kaffeeähnliches Getränk namens „Breakfast Blend“ in eine verschließbare Thermoskanne, die bestens im Becherhalter platzfindet. (Das Auto hat 4 Becherhalter, ich habe gezählt.)
  • Ich hole mein Auto aus der Garage, für die ich einen großzügigen Anteil meiner Monatsentschädigung aufbringe, damit der Kleine auch ja im Trockenen steht. (Die Taufe war letzte Woche, er heißt „The Hoff“.)
  • Ich schließe mein Smartphone mit 15 einfachen Handgriffen und 7 Kabeln an die Auto-Stereoanlage an, um herauszufinden, dass das Handy nur mit dem „Original-Ladekabel“ lädt (kein Scherz, es geht hier um das Kabel, nicht etwa das Ladegerät).
  • Dann verlasse ich Manhattan und fahre „etwas über eine Stunde“ (wie es im Autojargon so heißt), um mich dann abends auf dem Heimweg fast zwei Stunden von dem Hornkonzert „Ihr tatet Übel“ von Hajo Schröter-Naumann beschallen zu lassen. Der Spaß kostet auch nur $12.50.

Alles in allem die Sache jedoch wert. Abschließend noch ein lustiger Screenshot von der heutigen Verkehrssituation in Manhattan. (Wohlgemerkt, es ist Samstag.)

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Räuber und Gendarme

Es ist so gut wie unmöglich an amerikanischer Popkultur vorbeizukommen. Die pure Masse an TV-Shows und Filmen, die hier produziert werden, ist unfassbar. In diesen Produktionen sieht man auch immer mal wieder die Polizei, aber auch Sheriffs und Bundesagenten. Mit den Zuständigkeiten und Unterschieden beschäftigen wir uns heute ein wenig.

Polizei: In Deutschland ist die Lage eigentlich recht einfach. Es gibt die Landespolizei und die Bundespolizei. In den USA hat allerdings jede Gemeinde eine eigene Polizei. Daher ist in New York das NYPD (New York Police Department) zuständig. Fährt man allerdings ein wenig weiter nach Osten und erreicht die Stadtgrenze ist es auf einmal das NCPD (Nassau County Police Department) und das NYPD hat keine Zuständigkeit mehr.

Sheriff: Der Sheriff ist (als größere Macht) für das County zuständig und daher auf dem Land z.B. für Dinge außerhalb der Städte (und damit dem Einflussbereich der Polizei).

Ranger: Die „Texas Ranger“ sind eine Polizeieinheit im Bundesstaat Texas und sind für Verbrechen zuständig, die dort als Angelegenheit des Bundesstaats gesehen werden. D.h. der Einflussbereich überschneidet sich mit Polizei und Sheriff.

Marshal: Zu guter letzt gibt es dann noch die US-Marshals. Diese entsprechen wohl am ehesten der deutschen Bundespolizei und sind für den Vollzug auf Bundesebene zuständig. Damit überschneidet sich deren Einflussbereich ebenfalls mit den zuvorgenannten Einheiten.

Es gibt selbstverständlich auch einige Ausnahmen und Besonderheiten, aber im groben stellt diese kurze Liste das Polizeiwesen in den USA dar. Das erklärt dann auch, wenn sich in den Krimiserien die verschiedenen Einheiten über die Zuständigkeit streiten. Der wichtigste Unterschied zu Deutschland ist aber der weiter oben erwähnte: Die Polizei ist in den USA von Stadt zu Stadt eine komplett verschiedene Organisation.

Abschließend möchte ich noch das folgende Video jedem ans Herze legen, der mal nach New York kommen möchte. Es bringt die Einstellung der Leute hier ziemlich gut auf den Punkt. Und ja, es ist wahrscheinlich die großartigste Stadt der Welt.

 

Menschen, die auf Ziegen starren

Ein Nebeneffekt, wenn man schon eine längere Zeit in New York gewohnt hat (gilt wahrscheinlich auch in vielen anderen Weltmetropole), dass einen nichts mehr überraschen kann. Wenn so viele Menschen aus so vielen Ecken der Welt auf engstem Raum miteinander leben, hat man einfach alles schonmal gesehen. Im Guten, wie im Schlechten.

Was ich letztens dann jedoch in den Medien an Neuigkeiten über unsere Wohngegend gelesen habe, hat mir dennoch die Sprache verschlagen. Im nahegelegenen Park wurden mehrere Ziegenköpfe an einen Baum genagelt gefunden. (Der Artikel hier enthält ein paar Bilder; die sind nicht wirklich blutig, ich wollte dennoch eine kurze Warnung vor dem Klick aussprechen.) Und offenbar ist das wohl nicht das erste Mal. 2014 wurde in einem anderen Park ebenfalls ein Ziegenkopf gefunden. (Hier nachzulesen. Ebenfalls unblutig und sanft im Schnee liegend.)

Es gibt da vermutlich einen Zusammenhang mit Santería, einer Religion mit Ursprüngen in Kuba (Wikipedia) in der Naturreligion mit Heiligenverehrung vermischt ist. Tieropfer an sich scheinen in der USA verfassungskonform zu sein (siehe Gerichtsfall), jedoch müssen die Überreste ordnungsgemäß entsorgt werden – was hier leider nicht der Fall war. Die Anhänger dieser Religion bezeichnen den Umstand auch als „respektlos“ und distanzieren sich.

Alles in allem jedoch eine recht seltsame und erzählenswerte Anekdote. Es gibt scheinbar also doch noch immer was neues zu erleben.

Brooklyn NetsIch habe nach meinen Ausflügen zum New Yorker Baseball mich diese Woche auch einmal getraut einem anderen Nationalsport beizuwohnen: Dem Basketball. Daran glauben mussten die Brooklyn Nets. Ich bin ganz unvoreingenommen hin und habe ein äußerst spannendes Spiel gegen die Philadelphia 76ers gesehen. Im Nachhinein habe ich herausfinden müssen, dass da die beiden schlechtesten Teams dieser Saison (der Eastern Conference) gegeneinander angetreten sind.

Nebenbei auch interessant: Die Brooklyn Nets hießen nicht immer so. Wie es in vielen amerikanischen Sportarten ist, wechseln die Teams ab und an mal den Namen und sogar die Stadt. Im Falle der Nets lief das noch recht lokal ab:

1967 – 1968 in Teaneck, NJ als New Jersey Americans
1968 – 1977 in Commack, NY als New York Nets
1977 – 2012 in East Rutherford, NJ als New Jersey Nets
seit 2012 in Brooklyn, NY als Brooklyn Nets

Bei den Seattle SuperSonics war der Umzug jedoch ein größerer. Die heißen mittlerweile Oklahoma City Thunder. Gleiches Team, andere Stadt, anderer Name. Alles klar?

Schwarz und blau

call-box-phone-box-phones-publicHeute nehmen wir uns mal Mobilfunkverträge vor.

Situation DE-Vertrag: Ich werde in Deutschland angerufen. Der Anrufer zahlt, ich zahle nicht.

Situation US-Vertrag: Ich werde in den USA angerufen. Der Anrufer zahlt, ich zahle ebenfalls. Pro Minute.

 

Das klingt sehr kurios, ich bin also ein wenig auf die Suche nach den Gründen gegangen. Die USA verwenden das sogenannte RPP Modell (Receiving Party Pays). Das heißt, der Anbieter des Empfängers übernimmt die Kosten der Weiterleitung des Anrufs auf das Endgerät und leitet diese Kosten auf den angerufenen Kunden weiter. Die meisten anderen Länder verwenden das CPP Modell (Calling Party Pays). In diesem trägt der Anrufer die Kosten.

Auf den ersten Blick ein wenig unfair, aber in den USA lässt sich anhand der Telefonnummer nicht erahnen, ob es sich um einen Festnetz-Anschluss handelt oder um ein Mobiltelefon. (Anders als z.B. in Deutschland, wo man anhand der Vorwahl weiß, ob man ein Handy oder ein Festnetz anruft.) Ist aber im Nachhinein dann alles nicht weiter schlimm, denn auch in den USA ist man meist auf  „All-Inclusive“-Verträgen unterwegs.

Genug von den USA, ein wenig mehr von meiner Seite. Die TV-Serie Breaking Bad ist dem werten Leser hoffentlich ein Begriff. Im Idealfall wurde sie sogar schon gesehen. Ich will zwar nicht spoilern, aber Voldemort ist Tom Riddle. Episode 7 der zweiten Staffel beginnt mit einem Musikstück der Gruppe Los Cuates de Sinaloa.

Es handelt sich um eine Narcocorrido (also eine Drogen-Ballade). Ein recht eingängiges Musikstück; mir ist jedoch nach mehrmaligem Anhören aufgefallen, dass es eine gewisse Ähnlichkeit zu deutscher folkloristischer Musik gibt. Meine Version hat jedoch leider noch keine Gesangseinlage, mir schwebt da aber durchaus schon etwas vor.

Identifikation und Identitäsdiebstahl

Die letzten Reste des Schneesturmes sind mittlerweile auch geschmolzen. Auch dank der Hilfe von Radladern und mobilen Verbrennungsöfen:

Aber zu was ganz anderem:

Ich hatte mich ja schon mal über die hiesigen Zustände in den Postfiliale ausgelassen, kürzlich war ich dann aber wirklich froh über ein ausgeglichenes und positives Gemüt verfügen zu können.

Wenn man ein Paket erwartet und leider nicht zuhause ist, hinterlässt der Postbote ein kleines Erinnerungskärtchen und man kann das Paket am nächsten Tag beim Postamt abholen. Klingt vernünftig. Beim Abholen wird auch immer schön der Ausweis (hier in den USA der Führerschein, da es so etwas wie einen Personalausweis nicht gibt) verlangt. Zeigt man den brav vor, ist auch alles geritzt. Es wird der Name auf dem Ausweis mit dem Namen auf dem Paket verglichen. Ende. Keine Unterschrift, kein sonstiger Vermerk, noch nichtmal auf das Bild wird geschaut.

Schön und gut; was passiert jetzt aber, wenn man für jemand anderen ein Paket abholen möchte? Das lustige Erinnerungskärtchen sagt, dass man einfach eine Vollmacht benennen soll, diese in das entsprechende Feld einträgt und unterschreibt. Dem Postamt reicht dies allerdings nicht aus, die möchten nämlich noch den Ausweis des eigentlichen Empfängers sehen. Und richtig: Ich spaziere zu diesem Ereignis fröhlich mit zwei Ausweisen durch die Gegend und Collette gänzlich ohne, wobei gleichzeitig das Gesetz eigentlich vorschreibt jederzeit ein Dokument zur Identifizierung bei sich zu haben.

Vielleicht sollte ich einfach mal probieren einfach nur ihren Ausweis vorzuzeigen. Ich bin mir sicher, das fällt dem Mitarbeiter nicht auf.

Nebenbei auch mal für die Interessierten unter euch eine spaßige Zusammenfassung des Immigrationsprozesses in die USA. 5 Circles of Immigration Hell. Wenn ich Zeit finde, recherchiere ich auch mal den Prozess nach Deutschland zu immigrieren; ich denke nicht, dass es da viele Unterschiede gibt.

 

Ach, der Herr Seiler!

Unser Haus-und-Hof Gemischtwarenhändler gleich ums Eck hat im letzten Dezember seine Tore endgültig verschlossen. Glücklicherweise war die Lokalität nur für einen Tag unbesetzt, bevor ein Konkurrent den Laden samt Einrichtung übernommen hat. Viel geändert hat sich also nicht, aber Obst und Gemüse hat einen deutlichen Push an Auswahl und Qualität bekommen.

Ich habe mich auch zunächst sehr über die neuen Kassenzettel gefreut. Diese werden umweltfreundlich beidseitig auf Papier gedruckt. Ein paar Tage später war diese Freude dann wieder vorbei, da man nach dem Bezahlen nun sein Wechselgeld mitsamt dem folgenden Leviathan in die Hand gedrückt bekommt:

Kassenzettel

Richtig. Ein Zettel mit Gewinnspiel, einer mit Rabatt-Angebot, einer mit Treuepunkte-Angebot und einer mit Treuepunkte-Kontostand. Zum Glück sind wir anschließend gleich zum chinesischen Restaurant nebenan und haben uns unsere Überraschungstüte mit einem Kilo Plastikgabeln abgeholt.

Vorletztes Wochenende hat uns Sturm Jonas hier ganz schön eingeschneit. 12 Stunden Schneefall, ununterbrochen. Der Flughafen JFK hat 30 Zoll Schnee gemeldet, das sind etwa 75cm. Wir waren ganz gut darauf vorbereitet, jedoch müssen wir jetzt neuen Wein kaufen. Da der Schneesturm an einem Wochenende geschehen ist, war dieser auch äußerst arbeitgeberfreundlich. Außer einem Fahrverbot für Autos und ein paar Zugausfällen hat es sich – zumindest für uns – nicht wirklich bemerkbar gemacht. Achja, frischen Salat hatte der neue Supermarkt nicht für zwei Tage. Die Schneemassen waren nach einer Woche so gut wie weggeschmolzen, bevor es dann vor ein paar Tagen wieder geschneit hat, diesmal aber deutlich leichter. Dann ist auch pünktlich das Warmwasser und die Heizung ausgefallen.

Das nächste große Projekt heißt Steuererklärung. Ich hab jetzt schon Bauchschmerzen.