Trinidad

Bevor ich mich vor gut zwei Wochen wieder in die Masse der arbeitenden Bevölkerung gestürzt habe, gab es allerlei Unfug zu erledigen. Besonders der Autokauf (wir erinnern uns) hat viel Zeit in Anspruch genommen. (Vom Geld ganz zu schweigen.) Samstags haben wir zugeschlagen und sind mit unserem neuen Gefährt gen Heimat gefahren. Die Aufregung an diesem Tag hat uns aber nicht gereicht und wir haben uns entschieden nochmal so richtig derbe die Kreditkarte zu foltern und in den Urlaub zu fahren. Das Ziel stand nicht wirklich fest, aber die erste Stunde der Onlinerecherche lief ungefähr so ab:

„Hongkong?“ – „Ooooh! Slovenien?“ – „Aaaaah, Island?“ – „Mmmmmh, Mongolei?“ – … etc.

Und so ging es munter weiter, bis wir ein Ziel gefunden haben, das unseren Kriterien entsprochen hat: Direktflug, nicht zu weit weg, nicht zu kalt. Der Inselstaat Trinidad und Tobago (Wikipedia), wobei wir letztendlich aber nur auf Trinidad waren und nicht auf Tobago.

monasteryMutigen Herzens haben wir recht viel auf eigene Faust erkundet. So zum Beispiel das Bergkloster St. Benedict in der Stadt St. Augustine. Nach einem spannenden Ritt in einem Maxitaxi (nicht St. Maxitaxi) sind wir einfach dem Pfad auf den Berg gefolgt. Zugegeben, der Pfad war eine Straße und wir waren die Einzigen zu Fuß, aber holla. Nach einem überraschenden Regenschauer hat sich uns auf dem Berg jedoch ein prächtiger Blick auf das Tal geboten. Nach ein paar besinnlichen Minuten sind wir auf dem Weg bergab über den Holy Water Tank gestolpert. Hier wird auf Vorrat gesegnet! Die Mönche machen auch einen ganz hervorragenden Joghurt: Pax Yogurt.

Im Hotel sind wir mit dem Präsidenten der Trinidad Hotels Restaurants and Tourism Association ins Gespräch gekommen. Dieser hat uns auf einen ausgezeichneten Trip eingeladen. Zunächst ging es zu einem Hersteller von Steelpans (mancherorts auch Steel Drums genannt). Ich durfte auch kurz spielen, aber musste mich gegen den Kollegen geschlagen geben. Anschließend ging es in ein Vogelschutzgebiet, das seinem Namen wirklich alle Ehre macht. Unzählige Kolibris, die einem direkt vor der Nase rumtanzen.

Nach weiteren Zwischenstops bei ein paar Aussteigern und einer Schwimmgrotte wurden wir dann noch zu DEM Trini-Gericht schlechthin geführt: Bake and Shark (zu deutsch: Back und Hai). Und das beschreibt es auch schon ganz gut: Ein frittiertes Brötchen, darin frittiertes Haifleisch mit allerlei Soßen. Salatsoße durften wir nicht nehmen. Die schmeckt wohl nicht dazu.

Aber das war nicht alles, wir haben am letzten Abend noch einen Nachtmarkt entdeckt, auf dem wir es uns nochmal so richtig haben schmecken lassen. Doubles, Rotis, Punches und Cornsoup und eine solide Verdauung. Das ganze ist dann auch Grund dafür, dass ich mich seit zwei Wochen nur noch von Früchten, Ballaststoffen und Vollkornprodukten ernähre.

Sei es drum! Ein hervorragender Urlaub an einem wirklich interessanten Flecken Erde.