Moderne Post, zeitgemäß und furchteinflößend

Ich hatte mich ja vor längerem schonmal über das lokale Postwesen ausgelassen. Mal davon abgesehen, dass es in den Ämtern selbst noch zugeht wie im Mittelalter (ich habe letztens sogar einen Pranger gesehen), hat der Online-Service des USPS (United States Postal Service) ein mir gänzlich unbekanntes Level erreicht.

Tägliche Benachrichtigungs-EmailIch schaue gern und oft in den Briefkasten; dabei bin ich mir nicht ganz sicher, ob das der Anfang einer Zwangsstörung ist oder einfach nur die Entdeckungsfreude. Die Hoffnung auf einen großen Check oder das Ausbleiben einer Rechnung ist schließlich da. Dann habe ich in den Tiefen der USPS-Website den heiligen Gral entdeckt: Informed delivery. Klingt erstmal nicht sehr spannend, aber näher betrachtet eine klasse Sache: Man erhält jeden Tag eine Email mit einem Scan jedes einzelnen Briefes, der noch am gleichen Tag im Briefkasten landen wird. Im besten Falle ist es also eine Email mit 3 Bildern von einem Autofinanzierungs-Angebot. Die klickt man dann schön brav in den Digital-Papierkorb und das physische Pendant schmeißt man abends dann in den Analog-Papierkorb.

Ein witziges kleines Gimmick, das zum Einen zeigt, wie viel persönliche Informationen da draußen rumschwirren und zum Anderen auch die komplette Spannung aus der Briefkasten-Geschichte nimmt. So wie bei der Maus. Und dem Elefanten. KLICK KLICK TRÖÖT.

2 Gedanken zu „Moderne Post, zeitgemäß und furchteinflößend

  1. Das Pendant dazu in Deutschland heißt E-Post (weißt du wahrscheinlich schon). Ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube sie schicken dir nur entweder eine digitale Kopie oder eine Analoge … aber nicht beides. Aber vor allem witzig finde ich, wenn du per E-Post einen Brief versendest, drucken sie den für dich aus und liefern den aus, falls der Adressat nicht bei E-Post angemeldet ist 😀

    1. Oha, kannte ich in der Form noch nicht. Ist aber dann auch kein Pendant, sondern noch einen Schritt weiter. Hier in den USA ist es wirklich nur ein Bild von dem Umschlag, den man später „regulär“ im Briefkasten hat.

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