Am Maine

Da dieser Blog schon eh zu einem reinen Urlaubs-Blog verkommen ist, mache ich einfach munter damit weiter. Never change a running system. Wir waren in Maine, im Nordwesten der USA.

Da gab es Kuriositäten, wie diesen Riesenhummer auf dem Dach eines Restaurants.

Gigantische Hummer

Bevor ich aber zu weiteren Details unseres Trip komme, vorab noch ein kleines Schmankerl:

Wie zuvor schon erwähnt, bin ja fleißiger Benutzer der ausgezeichnet-gepflegten US Interstates und daher selbstverständlich auch Mitglied im US Automobilklub. (Quasi die Yellow Angels.) Und jetzt wurde mir endlich die Ehre zuteil, die jährliche Mitgliedsgebühr aufs vollste auszukosten: Ich hatte einen Platten auf dem Nachhauseweg.
Nun hatte ich zwar einen Ersatzreifen im Auto (heißt hier auch umgangssprachlich Donut), aber die Interstate ist recht lebensgefährlich. Da ist also nichts mit selbst wechseln. Und wofür zahl ich schließlich Mitgliedsgebühr.
Also AAA angerufen und um Hilfe gebeten. „Wir schicken jemanden, kein Problem.“ Nach 45 Minuten hinter der Fahrbahnabsperrung hab ich dann nochmal nachgefragt und erfahren, dass AAA diesen Abschnitt der Interstate nicht bedienen darf, ich solle mich doch an die lokale Interstate Behörde wenden. Danke.

So ähnlich

Nach einer weiteren Stunde war ich dann wieder betriebsbereit und bin den Rest nach Hause gefahren. „Um einen neuen Reifen kümmer ich mich morgen.“ Am nächsten Morgen dann auf dem Weg zum Reifengeschäft: Ein weiterer Platten. Diesmal im Donut. Aber immerhin kannte ich das Spiel schon, also direkt die Interstate Behörde angerufen und mich abschleppen lassen. Voller Erfolg.

Aber alles gut, los gehts.

All good!

Maine ist der östlichste Staat in den USA und einer der am dünnsten besiedelten. Also genau das richtige Ziel für uns: Je weniger Menschen, desto besser. In klassischer Roadtrip-Manier (das Auto voller Zuckergetränke, Chips und dem Great Mighty Poo) sind wir nach und nach dem Verkehr und Lärm entkommen und mit einem kleinen, aber nicht nennenswerten Abstecher in Rhode Island (dem kleinsten der 50 Staaten) dann letztendlich in Maine angekommen.

Die Unterkunftssuche in den ersten Tagen hatte einen recht netten Auswuchs in der Nähe von Belfast, ME:

Bungalow-Life

Unser eigentliches Ziel war dann aber der Acadia National Park, der zum größten Teil auf der Insel Mount Desert Island liegt. Einem lokalen Gespräch im Pub der Airline Brewing Company zufolge ist die Insel mit rund 15.000 Bewohnern bevölkert, sieht im Jahr aber mehr als 2 Millionen Besucher. War uns beim Planen leider nicht bewusst, aber Ende September ist die Saison schon fast vorbei und wir haben (bis auf in der Stadt Bar Harbor) auch wirklich nur sehr wenige Menschen gesehen.

New England Spezial

Der Park ist voll mit gut beschilderten Wander- und Fahrradwegen und wir haben uns nicht lumpen lassen und das Auto so gut wie möglich stehen gelassen. Es gibt sogar ein richtiges Shuttle-Bus-Netzwerk, das sich aber in der Hochsaison sicher mehr rentiert (und wahrscheinlich auch ausreichend gefüllt ist).

Niagara Fall

Die Wanderrouten waren mit Schwierigkeitsgraden von Einfach bis Anstrengend beschrieben, wobei der letztere wirklich ein bisschen ins Mark ging. Den bekannteren Beehive Trail habe ich dann ausgeschlagen; nach meinen Erfahrungen mit Höhe und Abgründen auf Huayna Picchu in Peru, wäre das auch keine gute Idee gewesen. (Der Beehive Trail schlängelt sich an einer Klippe entlang, siehe Bilder.)

„Treppen“

In Maine dreht sich alles um das Wasser, meist das Salzige. Und so haben wir alles mitgenommen, was nur geht. Ein Segeltrip auf der Guildive (einem über 100 Jahre alten Segelschiff, nicht zu verwechseln mit Lady Godiva), eine Paddeltour mit Abstecher auf unsere eigene Insel (Rum Island) und selbstverständlich die Hummerjagd.

Hummerfallen werden auf den Meeresgrund geworfen und haben einen recht komplexen (und rostigen) Netz- und Klappenmechanismus, mit dem die Hummer rein, aber nicht mehr rauskönnen. Quasi eine Mausefalle für Krustentiere.

Jeder darf Hummer fangen, muss sich aber an gewisse Regeln halten (man muss zu große und zu kleine Exemplare wieder zurück ins Wasser werfen, in weiiiiiiitem Bogen).

Was mir aber nicht bewusst war ist, dass man die Hummer kochen muss, bevor man sie essen kann.

Aber da haben wir uns von einem Profi helfen lassen. Mit dem Lazy Lobster hab ich mir den Luxus gegönnt, mir den Hummer fachmännisch zu zerlegen lassen. Kein Kleckern, kommt schon komplett von seinem Panzer befreit aus der Küche und kann spielend leicht mit Butter übergossen werden. Die Tischnachbarn sahen schwer beschäftigt aus, hatten Schürzen an und allerlei Operationsbesteck.

8 von 9 Punkten auf der Urlaubsskala für Maine, USA.